Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.
NEPHRALGIE
chronische Nephralgie,
renaler Schmerz
Der Begriff
Der Wortteil "Nephr" stammt von "Nephros" und bedeutet "Niere" , ebenso wie "ren" und "algie" kann mit Schmerzhaftigkeit übersetzt werden.
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Zunächst zur Anatomie
(= Lehre vom Körperaufbau) |
Bildquelle: www.uke.uni-hamburg.de |
Organfunktion
Die Nie re hat die Aufgabe,
das Volumen (= Menge) und die Zusammensetzung der
extrazellulären (= außerhalb der Zellen befindliche)
Flüssigkeit konstant zu halten.
Verschiedene Erkrankungen dieses Organs gehen neben Funktionsstörungen auch mit
einer Nephralgie einher, diese wird in der Flan ke verspürt.
Ein renaler Schmerz tritt hpts. in 2 Formen auf:
Kolikartige (= krampfartiger, wehenartiger) Nephralgie
Dumpfer, anhaltender renaler Schmerz
Ursachen für eine kolikartige Nephralgie (Nie renkolik):
Nie rensteine
hochsitzende Uretersteine (= Harnleitersteine)
Harnrückstauung, dadurch Nie ren bec ken-, Nie ren kelchdehnung
Spasmen (= Verkrampfung)
Ursachen für anhaltende Nie ren schmerzen:
Glomerulonephritis (= En tzündung der Nierenkörperchen)
Pyelonephritis (= Nier enbeckenentzündung)
Nie renabszeß (= abgekapselte Eiteransammlung)
Nie rentuberkulose
Nie renverletzung
Nierentumore
Nie renanomalien (= Fehlbildungen)
Es gibt auch gemischte Formen der Art, daß sich ein anhaltender Nie renschmerz zwischendurch kolikartig verstärken kann.
Schmerztherapie bei einer chronischen (= länger als drei Monate anhaltenden) Nephralgie
Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin ein Schmerzen in einer N iere, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schmerzen und ihrer Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach deren Ursache richten. Eine länger bestehende, chronische Nephralgie, erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei chronischen Nie ren schmerzen sind dies:
Information über die Erkrankung
Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika, evtl. auch Spasmolytika (= krampflösende Mittel), Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung, Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. auch rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigung)
evtl. diätetische Maßnahmen
Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung bzw. Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei einer chronische n Nephralgie
Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte (stationär 2 x täglich, auch an Wochenenden über 10-14 Tage) Triggerpunktbehandlung mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel). Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte im Lendenbereich infiltriert, wodurch es über die entsprechende Head Zone (= eine über das zugehörige Rücken mark segment laufende Querverbindung zu dem zugeordneten inneren Organ) zu einer Entkrampfung und Durchblutungssteigerung im zugehörigen Organ kommt.
Eine sehr hilfreiche und effektive Therapiemethode ist bei
bei einem renalen Schmerz
die kontinuierliche epidurale (=
rückenmarknahe) Blockade mit Katheter.
Neben der
erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer nicht zu
unterschätzender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als Nebeneffekt,
auch der Grenzstrang (= paarige Nervenstränge des
unwillkürlichen Nervensystems neben der Wir belsäule) mit einbezogen
wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung
kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache (z.B.
Glomerulonephritis,
Pyelonephritis) fast schon kausal (= auf die
Ursache gerichtet) entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist
die sympathikolytische (= gefässerweiternde und damit
durchblutungssteigernde) Nebenwirkung hilfreich, indem die
entstandenen, bradytrophen (= mit vermindertem Stoffwechsel
einhergehenden) Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es
dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.
Wirkung und Ausmaß einer lumbalen (= den Lendenbereich betreffenden) epiduralen Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge (= Betäubungsmittelmenge) und -konzentration so gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus dem gesamten Ba uchraum bei weitgehend erhaltener Motorik (= Muskelkraft) blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den Vorteil, daß die Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen können. Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade (= Betäubung) mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom Rüc ken her dicht an das Rückenmark eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine spezielle Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Behandlungsrisiko als vertretbar eingestuft werden.
Bei einem krebsbedingten Schmerz der Nie re kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.
Besteht ein chronischer, renaler Schmerz längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
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Auf der Internetseite "die Gesundheitsreform" teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit, daß seit dem 1.4.07 alle gesetzlich krankenversicherte Personen jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation (damit auch auf eine Schmerzrehabilitation) haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums.
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