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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.

NEPHRALGIE
chronische Nephralgie, renaler Schmerz

Der Begriff

Der Wortteil "Nephr" stammt von "Nephros" und bedeutet "Niere" , ebenso wie "ren" und "algie" kann mit Schmerzhaftigkeit übersetzt werden.

Zunächst zur Anatomie (= Lehre vom Körperaufbau)
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Die rechte N iere befindet sich in Höhe des 12. Brus t- und 3. Lendenwirbels, die linke in Höhe des 11. Brus t- und 2. Lendenwirbels neben der Wir belsäule. Eine N iere ist etwa 12 cm lang, 6 cm breit sowie 3 cm dick und wiegt 160 Gramm. Das Organ unterteilt sich in Nierenrinde und Nierenmark, die unterschiedlich erkranken können.
Als Ni erenlager wird das anatomische Bett der N iere samt Hüllen bezeichnet. Bei einer Affektion (= Störung / Erkrankung) der N iere ist das zugehörige Nierenlager meist klopfschmerzhaft.


Bildquelle: www.uke.uni-hamburg.de

Organfunktion

Die Nie re hat die Aufgabe, das Volumen (= Menge) und die Zusammensetzung der extrazellulären (= außerhalb der Zellen befindliche) Flüssigkeit konstant zu halten.
Verschiedene Erkrankungen dieses Organs gehen neben Funktionsstörungen auch mit einer Nephralgie einher, diese wird in der Flan ke verspürt.

Ein renaler Schmerz tritt hpts. in 2 Formen auf:

  1. Kolikartige (= krampfartiger, wehenartiger) Nephralgie

  2. Dumpfer, anhaltender renaler Schmerz

Ursachen für eine kolikartige Nephralgie (Nie renkolik):

Ursachen für anhaltende Nie ren schmerzen:

Es gibt auch gemischte Formen der Art, daß sich ein anhaltender Nie renschmerz zwischendurch kolikartig verstärken kann.

Schmerztherapie bei einer chronischen (= länger als drei Monate anhaltenden) Nephralgie

Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin ein Schmerzen in einer N iere, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schmerzen und ihrer Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach deren Ursache richten. Eine länger bestehende, chronische Nephralgie, erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei chronischen Nie ren schmerzen sind dies:

  1. Information über die Erkrankung

  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika, evtl. auch Spasmolytika (= krampflösende Mittel), Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)

  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung, Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. auch rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter

  4. Akupunktur

  5. Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)

  6. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigung)

  7. evtl. diätetische Maßnahmen

Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung bzw. Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei einer chronische n Nephralgie

Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte (stationär 2 x täglich, auch an Wochenenden über 10-14 Tage) Triggerpunktbehandlung mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel). Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte im Lendenbereich infiltriert, wodurch es über die entsprechende Head Zone (= eine über das zugehörige Rücken mark segment laufende Querverbindung zu dem zugeordneten inneren Organ) zu einer Entkrampfung und Durchblutungssteigerung im zugehörigen Organ kommt.

Eine sehr hilfreiche und effektive Therapiemethode ist bei bei einem renalen Schmerz die kontinuierliche epidurale (= rückenmarknahe) Blockade mit Katheter.
Neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als Nebeneffekt, auch der Grenzstrang (= paarige Nervenstränge des unwillkürlichen Nervensystems neben der Wir belsäule) mit einbezogen wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache (z.B. Glomerulonephritis, Pyelonephritis) fast schon kausal (= auf die Ursache gerichtet) entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist die sympathikolytische (= gefässerweiternde und damit durchblutungssteigernde) Nebenwirkung hilfreich, indem die entstandenen, bradytrophen (= mit vermindertem Stoffwechsel einhergehenden) Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.

Wirkung und Ausmaß einer lumbalen (= den Lendenbereich betreffenden) epiduralen Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge (= Betäubungsmittelmenge) und -konzentration so gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus dem gesamten Ba uchraum bei weitgehend erhaltener Motorik (= Muskelkraft) blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den Vorteil, daß die Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen können. Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade (= Betäubung) mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom Rüc ken her dicht an das Rückenmark eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine spezielle Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Behandlungsrisiko als vertretbar eingestuft werden.

Bei einem krebsbedingten Schmerz der Nie re kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.

Besteht ein chronischer, renaler Schmerz längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Ergänzende Datei (einfach anklicken):
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Auf der Internetseite "die Gesundheitsreform" teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit, daß seit dem 1.4.07 alle gesetzlich krankenversicherte Personen jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation (damit auch auf eine Schmerzrehabilitation) haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums.

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Aktualisiert:>20.05.2008</> kusb&
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